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01.06.2015

Zwei wollen sich engagieren

Die Volksschulbehörde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri hat eine Vakanz. Für den freien Sitz kandidieren zwei Persönlichkeiten. Silvia Brunner als Parteilose, Hans Bruggisser für die FDP. Sie stellten sich der Öffentlichkeit vor.


Bericht und Bilder: Tagblatt online 30.5.2015 / Rita Kohn

 

Beide wollen sich als Behördenmitglied engagieren. Silvia Brunner (parteilos) und Hans Bruggisser (FDP) kandidieren für den Sitz in der Schulbehörde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri, der durch die Wahl von Richard Hungerbühler in den Stadtrat frei wird. Die Interpartei hat es übernommen, die beiden Kandidierenden vorzustellen.

Rund 30 Personen nahmen die Einladung an und kamen, um zu hören, wie die beiden Persönlichkeiten über schulische Belange denken. Interparteipräsident Felix Würth (SVP) übernahm die Moderation und fühlte Silvia Brunner und Hans Bruggisser auf den Zahn. Seine in die Tiefe gehenden Fragen forderten die Kandidierenden, nicht zu allen Themen wussten die beiden eine Antwort.

Erfahrene Eltern

Im Kampf um den vakanten Sitz stehen sich die in Amriswil aufgewachsene dreifache Mutter Silvia Brunner und der aus dem Bündnerland stammende alleinerziehende Vater Hans Bruggisser gegenüber. Beide haben sich aus ihrer persönlichen Lebenssituation heraus die letzten Jahre intensiv mit dem Thema Schule befasst. Die 37jährige Silvia Brunner steht mit ihren drei schulpflichtigen Kindern noch mittendrin, die beiden Kinder des 1962 geborenen Hans Bruggisser sind hingegen aus dem Alter der Volksschule heraus.

So mussten beide nicht lange überlegen, als Felix Würth sie nach ihren Berührungspunkten mit der Schule fragte. Auch mit dem Thema Lehrplan 21 konnten beide etwas anfangen. Für Silvia Brunner ist dieser ein taugliches Instrument, um die Zukunft zu gestalten und den Kindern das notwendige Rüstzeug mitzugeben. Schwergewicht ist dabei für sie, dass alle Kinder nach demselben Lehrplan unterrichtet würden.

«Für mich ist es eine Frage, ob wir uns weiterentwickeln wollen oder nicht», sagt Hans Bruggisser zum Lehrplan 21 und macht damit ebenfalls seine Zustimmung deutlich.

Selber betroffen

Von Felix Würth auf die Tagesschule angesprochen, legt Hans Bruggisser seine persönlichen Erlebnisse offen. Als alleinerziehender Vater sei er selber vor der Frage gestanden, wie er seinen Sohn über Mittag unterbringen könne. «Zum Glück hatte ich ein sehr gutes Verhältnis mit Pfarrer Weinhold und konnte dadurch auf einen Mittagstisch für meinen Sohn zählen.» Er finde es aber sehr wichtig, dass es entsprechende Angebote gebe.

Diese Meinung teilt Silvia Brunner, auch wenn sie sagt, dass sie selber nicht betroffen sei, obwohl sie seit dem Kindergarteneintritt ihrer jüngsten Tochter wieder in Teilzeit arbeite. «Ich habe das Glück, dass meine Eltern gleich nebenan wohnen und kochen, wenn ich arbeite.» Grundsätzlich finde sie es aber schade, dass das Angebot des Mittagstisches an der Nordstrasse zu wenig bekannt sei, denn es sei eine wichtige Sache.

Mehr Interesse zeigen

Immer wieder blitzte bei Silvia Brunner die Meinung durch, dass die Eltern mehr Interesse an der Schule zeigen sollten. Engagiert forderte sie, dass Elternabende obligatorisch sein müssten und Schulbesuche selbstverständlich wahrgenommen werden müssten. Zurückhaltender wird die Kandidatin dann, wenn es um die Frage geht, ob sie sich bei einem Lehrer-Kind-Konflikt auf die Seite des Kindes stelle und den Lehrer gegenüber ihres Kindes gar kritisiere. Da halte sie sich raus, sagt Brunner.

Für Hans Bruggisser ist es ebenfalls keine gute Lösung, sich in diesen Konflikt einzumischen, solange er gewisse Grenzen nicht überschreitet. Er glaubt daran, dass es in Konfliktsituationen gute Lösungen gibt.

Sehr ähnliche Einstellungen

Im Laufe des Abends zeigte sich, dass die beiden Kandidierenden zwar sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind, aber in nahezu allen wesentlichen Bereichen ähnliche Ansichten haben. Eine Besucherin des Abends brachte auf den Tisch, was vielen durch den Kopf gehen mochte: «Die Wahl wird mir sehr schwer fallen. Ich finde, beide Kandidaten wären für die Schulbehörde geeignet.»

Gewählt wird das neue Mitglied der Volksschulbehörde am 14. Juni an der Urne. Welchen Bereich das neue Behördenmitglied schliesslich übernehmen wird, steht noch nicht fest. Interessieren würden sich beide vor allem für Baufragen.