News Unsere Schule

16.02.2015

Kinder werden reihenweise krank

Während der Projektwoche zum Thema «Gesundheit» geht es rund der Hälfte der Schülerinnen und Schüler im Schulhaus Mühlebach in Amriswil plötzlich schlecht. Jetzt steht fest: Es war der Norovirus.


Bericht: Tagblatt: Rita Kohn, 16.2.2015

 

Die Kinder assen im Rahmen eines klassenübergreifenden Projekts zum Thema „Gesundheit" Hüttenkäse – rund die Hälfte von ihnen musste ein paar Stunden später plötzlich erbrechen. Ihnen ging es schlecht. „Wir waren verunsichert, ob etwas mit dem Hüttenkäse nicht in Ordnung ist", sagt Richard Hungerbühler, Vizepräsident der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri. Vom Hüttenkäse wurden sofort Proben genommen. Die Analyse wird für heute erwartet. Doch schon jetzt steht fest, dass dieser kaum die Ursache für die Massenerkrankung ist. „Seit Freitagabend wissen wir, dass der Norovirus ausgebrochen ist", sagt Hungerbühler.

Es habe einige Zett gedauert, bis die Stuhlproben von erkrankten Kindern ausgewertet waren. Seit Mittwoch sind das Schulhaus und der Kindergarten Mühlebach geschlossen. „Wir können den Betrieb am Montagmorgen wieder aufnehmen", versicherte Richard Hungerbühler gestern. Die meisten Kinder seien wieder wohlauf. „Eltern, die bei ihrem Kind noch Symptome entdecken, sind aufgefordert, das Kind zu Hause zu behalten", sagt er. Zudem werden die Schulleiter ein wachsames Auge auf die Entwicklung in den anderen Schulhäusern haben. „Wir haben bis jetzt auch aus anderen Schulhäusern einzelne Krankheitsmeldungen, wissen aber nicht, ob die Kinder ebenfalls mit dem Norovirus infiziert sind."

Nach Hause geschickt
Richard Hungerbühler ist froh, dass alle Beteiligten so schnell reagiert haben. „Ich muss allen ein grosses Kränzlein winden".
Am Mittwochmorgen, als sich die Krankmeldungen häuften, hat die Schulleiterin Heidi Scherrer sofort richtig gehandelt. Zusammen mit der Schulbehörde wurde entschieden, alle Kinder nach Hause zu schicken und sowohl den Schularzt als auch den Kantonsarzt beizuziehen. Das Notfall-Szenario sah vor, dass ein Hütedienst eingerichtet wird, bis alle Eltern persönlich informiert werden konnten, dass die Kinder vorzeitig nach Hause geschickt würden. „Zum Glück haben die Lehrkräfte alle Eltern erreicht, es verlief alles reibungslos", sagt der Vizepräsident. Fest stand, dass die Schule solange geschlossen bleiben würde, bis klar ist, dass den Kindern keine Gefahr droht – mindestens aber bis Sonntagabend.
Alle Eltern im Einzugsgebiet der Schule Amriswil wurden per Brief Informiert. Damit wollte die Schulbehörde nicht etwa Panik schüren, sondern vermeiden, dass es auch in anderen Schulhäusern zur Ausbreitung des Virus kommen würde. Denn obwohl die Krankheitshäufigkeit sich bisher lokal eingrenzen lässt, kann eine Verbreitung nicht ausgeschlossen werden. Das Ansteckungsrisiko ist beim Norovirus enorm hoch, da reicht es unter Umständen, dass ein infiziertes Kind beim Sport oder in Vereinen mit anderen Kindern zusammentrifft.

Schulhaus desinfiziert
Inzwischen wurden das Schulhaus und der Kindergarten Mühlebach nach den Vorgaben des Kantons gründlich desinfiziert. „Unsere Hauswarte haben eine enorme Arbeit geleistet", sagt Richard Hungerbühler. Alle Oberflächen mussten abgerieben werden und die Handtücher sind durch Papier ersetzt „Wir haben hier nach den Vorgaben des Kantons gehandelt", betont der Vize-Schulpräsident. Damit sei sichergestellt, dass es im Schulhaus keine Ansteckungsgefahr mehr gebe. Für die Schule Amriswil ist diese Situation Neuland. „Seit ich vor 14 Jahren in die Schulbehörde gewählt worden bin, haben wir keine vergleichbare Situation erlebt", sagt Hungerbühler. Er hofft, dass sich der Virus nicht im selben Ausmass in anderen Schulhäusern verbreitet. Er ist beruhigt, dass die Ursache für die Erkrankung nicht beim Hüttenkäse lag. „Ich hoffe, dass alle, die vom Virus betroffen waren, die Sache gut Überstanden haben und niemand ernsthafte Folgen davon getragen hat."

Norovirus Beschwerden klingen meist nach ein bis zwei Tagen ab

Noroviren bewirken beim Menschen meist Magen-Darm-Erkrankungen. Die Erreger sind hoch ansteckend. Deshalb kommt es häufig zu grösseren Ausbrüchen von Brechdurchfällen in Gemeinschaftseinrichtungen. Die Erkrankung beginnt plötzlich mit heftigem Durchfall, Übelkeit und schwallartigem Erbrechen. Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Bauch- und Muskelschmerzen. gelegentlich leichtes Fieber und Kopfschmerzen. Die Beschwerden klingen meist nach ein bis zwei Tagen vollständig ab.

Weitere Informationen unter:
www.infektionsschutz.de