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01.12.2025

Hauchdünnes Nein zu Schulhauskredit in Amriswil: Der Scherbenhaufen ist perfekt

Mit 50,6 Prozent lehnen die Schulbürgerinnen und Schulbürger von Amriswil, Hefenhofen und Sommeri den Kredit für einen Neubau des Schulhauses Hemmerswil ab. Die Projektierungskosten hat man nun mit dem Nein vernichtet.


Thurgauer Zeitung online: 1.12.2025 / Kommentar: Manuel Nagel

Ganze 18 von 2959 oder 0,61 Prozent der eingegangenen Stimmzettel entscheiden zuungunsten des Bauprojekts in Hemmerswil. Ein halbes Jahr nach Sommeri versenkt die Schulbürgerschaft auch das zweite Grossprojekt der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri. Es ist ein fatales Signal für den Schulstandort Amriswil, der sich jetzt in einer Negativspirale befindet, aus dem er schnellstens wieder herausfinden muss.

Weshalb die Schulbürgerinnen und Schulbürger nach dem Ja zum Projektierungskredit nun hauchdünn Nein gesagt haben, ist bei solch einem Zufallsmehr spekulativ. Selbst einzelne Mitglieder der «IG bezahlbare Schule» haben sich – im Gegensatz zum Projekt in Sommeri – für den Neubau in Hemmerswil ausgesprochen. Die Finanzen können diesmal nur schwer als Grund herhalten, diesem Projekt die Unterstützung verweigert zuhaben. Eine umfassende Sanierung, die auch noch eine dringend notwendige Schulraumerweiterung umfasst, kostet laut Schätzung der Schulbehörde nur rund eine Million weniger als der Neubau voraussichtlich gekostet hätte.

Eine Million ist nicht wenig, aber bei einer Summe von rund 30 Millionen steht die Ersparnis in keiner Relation zu dem, was man ohne Neubau erhält. Und wie in Sommeri, so gilt auch hier: Die Projektierungskosten hat man nun mit dem Nein vernichtet. Ein neues Projekt aufzugleisen dürfte wohl die vermeintlich eingesparte Million gleich wieder auffressen. Hemmerswil braucht möglichst schnell eine Lösung, daran ändert auch das heutige Ergebnis nichts. Aktuell steht man in Amriswil vor einem Scherbenhaufen, der den Schulstandort unter dem Strich teuer zu stehen kommen dürfte.