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25.09.2015

Es ist eine Gesamtsanierung nötig

Das Schulhaus Mühlebach in Amriswil ist über 100 Jahre alt und entspricht weder vom Platz her noch energetisch den heutigen Anforderungen. Rund 2,9 Millionen Franken will die Volksschulgemeinde in die Sanierung investieren.


Bericht: Tagblatt online; 25.9.2015; Maya Mussilier

Bildlegende: So soll das alte Schulhaus Mühlebach mit dem neuen Pausendach nach der Sanierung aussehen. (Bild: pd)

17 Kindergärten und 12 Schulhäuser gehören zur Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri. Eine dieser Anlagen – das über 100 Jahre alte Schulhaus Mühlebach – stand am Mittwoch im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung. Dieses Schulhaus will die Schulgemeinde für rund 2,9 Millionen Franken sanieren.

Schülerzahlen nehmen zu

«Schaut man auf die Entwicklung der nächsten vier Jahre, sehen wir, dass die Schülerzahlen wieder ansteigen werden», erklärte Markus Mendelin, Präsident der Volksschulgemeinde. Bereits auf das Schuljahr 2017/18 sei bei den Kindergärtnern ein Anstieg von rund 15 Prozent zu erwarten. Die Volksschulgemeinde liege deshalb richtig damit, dass sie bei Sanierungen und Bauten auf moderate Art mehr Raum schaffe.

Der Schulpräsident verweist dabei auf den Schulhausneubau in Oberaach und Umbauten im Schulhaus Egelmoos. Als künftige Marschrichtung gibt Mendelin an, dass sich die Volksschulgemeinde nach der Sanierung des Schulhauses Mühlebach mit dem Kindergarten befassen müsse. «Ziel ist es, bis 2019 den Kindergarten zu sanieren oder bei der Schulanlage einen Neubau zu erstellen.»

Alle Bedürfnisse berücksichtigt

Für das vorliegende Sanierungsprojekt zum Schulhaus Mühlebach habe sich die Baukommission grösste Mühe gegeben, sowohl den schulischen Bedürfnissen als auch den baulichen und energetischen Anforderungen gerecht zu werden, betonte Baukommissionspräsident Samuel Oberholzer. Das Schulhaus sei innen und aussen sanierungsbedürftig. Eine grosse Veränderung soll es bei der Heizung geben. In einem Wärmeverbund sollen die beiden Schulhäuser, die Turnhalle, das Schulmuseum und ein allfälliger Kindergartenneubau mit Holzpellets beheizt werden. Die geplante Anlage sei nur für die Schulanlage vorgesehen, erwiderte Oberholzer auf die Anfrage eines Anstössers.

Im alten Schulhaus selbst ist die Schaffung von Gruppenräumen vorgesehen. Um den entsprechenden Platz zu schaffen, werden die WC-Anlagen ins Untergeschoss verlegt. Im Parterre ist ein behindertengerechtes WC vorgesehen. Im ersten Obergeschoss wird die bestehende Hauswartwohnung zu einem Klassenzimmer umgebaut. Im zweiten Obergeschoss ist es vorgesehen, den ehemaligen Saal wieder herzustellen. Dieser könnte für Veranstaltungen oder bei Bedarf auch als Klassenzimmer genutzt werden. Ebenfalls sind ein Gruppenraum und ein WC vorgesehen. Im Dachraum soll schliesslich die Lüftungsanlage untergebracht werden. Trotz dieser Anlage sei es aber weiterhin möglich, die Fenster zu öffnen, erklärte Samuel Oberholzer. Verändert werden soll auch der Pausenunterstand. «Den 1989 erstellten Unterstand wollen wir zurückbauen und einen neuen Unterstand erstellen. So können die verschlossenen ursprünglichen Fenster im Treppenhaus des alten Schulhauses wieder geöffnet werden.»

Kritikpunkt Lift

Dass die Sanierung des alten Schulhauses nötig ist, stand für die anwesenden Schulbürger ausser Frage. Einziger Kritikpunkt war der Lift, der nur zwischen Erd- und Untergeschoss vorgesehen ist. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist für einen weiteren Ausbau nicht gegeben», begründete Oberholzer den Entscheid, sich auf diese Variante zu beschränken. Es handle sich um eine Spezialanfertigung für Rollstühle. Man habe auch im Schulhaus Sonnenberg in Hefenhofen eine ähnliche Variante realisiert, was sich bewährt habe.

 

KREDIT

Die Stimmberechtigten gehen am 18. Oktober an die Urne

Über die Sanierung des alten Schulhauses Mühlebach können die Schulbürger am 18. Oktober abstimmen. Die Volksschulbehörde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri beantragt für das Projekt einen Kredit von 2,957 Millionen Franken inklusive Wärmeverbund. Es ist vorgesehen, dass der Unterricht während der Bauzeit an die Schrofenstrasse 12 in Amriswil verlegt wird. Diese Mietkosten sind nicht im Kredit enthalten. Bei Annahme des Kredites werden Förderbeiträge in der Höhe von 107 000 Franken beantragt. Sagen die Stimmberechtigten Ja zum Projekt, wird im Januar 2016 die Baueingabe erfolgen. Die Arbeiten sollen im Mai/Juni vergeben werden. Der Spatenstich würde schliesslich im Juli erfolgen. Wenn alles nach Plan läuft, können die sanierten Räumlichkeiten im Mühlebach im Frühjahr 2017 wieder bezogen werden.